Zeitgemäß? Wilhelm II. im Diskurs
Im Sommersemester 2022 habe ich gemeinsam mit anderen Studierenden der Münster School of Design unter der Leitung von Prof.in Claudia Grönebaum und Prof. Henning Tietz in enger Zusammenarbeit mit dem Projektteam „Zur Sache WWU“ eine Ausstellung zum zeitgemäßen Umgang mit dem Namensgeber der Universität Münster entwickelt.
Jede Station wurde inhaltlich und szenografisch von einer Gruppe Studierender entwickelt und folgt einer spezifischen visuellen Strategie und stellt damit einen eigenständigen Beitrag zur Annäherung der verschiedenen Aspekte, die in Bezug auf Wilhelm II. zur Debatte stehen, dar. Zusätzlich hat jede:r noch einen Beitrag zur gesamtheitlichen Ausstellung geleistet. Ich habe eine zentrale Rolle im Aufbau der Planung und Umsetzung des Ausstellungsaufbaus eingenommen, während andere das CI, die Technik, das Intro und Outro der Ausstellung oder das Management des Budgets und der zeitlichen Struktur übernommen haben. Insgesamt war es eine enge Zusammenarbeit von allen Studierenden und den Verantwortlichen für dieses Projekt, welches wir in einem Zeitraum von einem Semester umgesetzt haben.
Die verschiedenen Rauminstallationen haben zum Mitmachen, Beobachten und Forschen eingeladen und gaben den Besucher:innen die Möglichkeit, sich gesamtheitlich eine Meinung von Kaiser Wilhelm zu bilden. Die einnehmende Szenografie verbunden mit den raumgreifenden Exponaten wurden durch vertiefendes Textmaterial unterstützt. Auch der Ausstellungsort – ein stillgelegter Fußgängertunnel zwischen Altstadt und Schlossbezirk aus den frühen 1970er Jahren – trug zur besonderen Wirkung der Ausstellung bei.
Ausstellung im Tunnel 22.06.– 07.08.2022
Fotos von Paul Metzdorf
Der Ausstellungsort liegt in einem stillgelegten Füßgängertunnel, der den Schlossplatz mit Gebäuden der Universität Münster verbindet. Bei der ersten Besichtigung machte sich eine dunkle, raue und kalte Atmosphäre breit. Obwohl es draußen Sommer war, fröstelten wir leicht, sobald wir den Tunnel betraten. Mit Kreide skizzierten wir den groben Aufbau, den wir wenige Monate später mit selbst gebauten Wänden, Licht- und Stromverkabelungen unseren Stationen realisierten.
Projektgruppe 1. Weltkrieg: Jonas Altrogge, Linea Caspers, Loya Meyer

Der Tunnel mit einer Größe von 44 m × 6 m teilte sich dabei in sieben Stationen sowie Einführungsmodul und Feedbackwand auf.
Mit Beginn der Ausstellungsplanung und der Verteilung der Themen haben Loya, Jonas und ich uns für den Themenbereich des Ersten Weltkrieges entschieden. Mit beginnender Recherche stellten wir den großen Umfang an Inhalten fest, die wir auf  4,5 m × 6,3 m bringen mussten. Wir überlegten zunächst, welche wichtigen Aspekte und verschiedenen Themenfelder es zu erzählen gab. Dabei sprachen wir von Beginn an von „Stationen“, bis sich dann auch die Skizzierung der Ausstellungsfläche in Stationen aufteilte.
Die acht intermedialen Stationen erzählen die Perspektive über den Ersten Weltkrieg aus der Sicht eines Soldaten in Gegenüberstellung der Rolle Kaiser Wilhelms II (f. WII).
Die Stationen 01,03,05 und 07 lassen die Besucher*innen ein Stück weit erleben, wie sich wohl ein Soldat während des Kriegsbeginns gefühlt hat und wie sich die Verfassung im Verlauf verändert hat. Auf der gegenüberliegenden Seite kann die Rolle WII‘s in Bezug dazu erforscht werden. Welche Rolle hatte der Kaiser im Ersten Weltkrieg und wie hat er seine Macht ausgespielt und teilweise verloren? Und was passiert eigentlich mit Kriegsende?

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